Drachen bzw. Hängegleiter
Fliegen mit dem Drachen bzw. dem Hängegleiter
[11.01.10 | 13:18 Uhr]

rogallo Die Urform der heutigen Drachen bzw. Hängegleiter wurde bereits 1948 vom Amerikaner Francis Rogallo erfunden.
In den 70iger Jahren wurden dann erste Weltmeisterschaften mit relativ einfachen Rogallo-Drachen geflogen.

Im Gegensatz zu den Gleitschirmen haben die heutigen Drachen eine feste Stütz- und Tragflächenkonstruktion aus Aluminium- oder Carbonrohren, Edelstahlspannseilen und Kunststoffsegeln. Diese Hängegleiter müssen natürlich erst vor einem Start aus einem manchmal über 4 m langen transportfähigen Paket aufgebaut werden. Sie passen leider nicht in den Kofferraum und können auch nicht von jeder Seilbahn transportiert werden. Ein solcher Drachen hat ein Gewicht von etwa 20 bis 40 kg und kann eine Segelfläche von bis zu 17 qm haben.

atosGesteuert werden Hängegleiter fast ausschließlich durch Schwerpunktver- lagerung. Erst seit kurzer Zeit gibt es auch sogenannte Starrflügler mit aerodynamisch wirkenden Klappen und kleinen Leitwerken.

Anders als beim Gleitsegel ist der Pilot in seinem Gurtzeug liegend unter der Segelfläche aufgehängt und steuert mit Hilfe des Steuerbügels. In dieser strömungsgünstigen Position erreichen heutige Drachen Geschwindigkeiten von fast 100 km/h und enorme Gleitleistungen. Das heißt, ein Drachen mit einer ungefähren Gleitzahl von 1 : 15 wird bei einem Höhenunterschied von 1000 m theoretisch eine Strecke von bis zu 15 km zurücklegen.

moyesGestartet wird ein Drachen genau wie ein Gleitschirm immer an einem Berghang, mit einer Schleppwinde oder als sogenannter F-Schlepp hinter einem Ultraleicht-Flugzeug.

Der Pilot hebt sein Fluggerät an und läuft gegen den Wind den Starthang hinab oder wird vom Windenschleppseil nach oben gezogen. Ab einer entsprechenden Geschwindigkeit beginnt der Flügel zu tragen und das Fluggerät hebt ab.


perfexWill der Pilot eine Kurve fliegen, verlagert er sein Gewicht durch Drücken des Steuerbügels nach links oder rechts. Um zu Steigen, zu Sinken bzw. die Geschwindigkeit zu ändern, zieht er den Steuerbügel zum Körper heran oder drückt ihn von sich weg.
Dadurch ist auch ein Drachenpilot in der Lage, anspruchsvolle Flugmanöver zu fliegen und trifft den Landplatz mit etwas Übung auf den Punkt genau.

Durch ihre größere Eigengeschwindigkeit können Drachen zwar in der Thermik nicht so eng kreisen wie Gleitschirme, haben aber dafür so gute Gleitleistungen, daß schon Streckenflüge von bis zu 700 km erflogen werden konnten.